bidirektionales Laden

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do5tj80
Beiträge: 6
Registriert: Mo 15. Jun 2020, 12:58
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bidirektionales Laden

Beitrag von do5tj80 »

Hallo,
VW will ja demnächst das bidirektionales Laden für die ID Reihe freigeben.
Es wäre schön wenn das auch mit über EVSE-Wifi gehen würde.

VG
Tobias
EVSEWIFI SW 2.1.1
Renault Zoe / 41 kWh
VW ID4 / 77kWh

aiole
Beiträge: 1048
Registriert: Di 12. Mai 2020, 10:54

Re: bidirektionales Laden

Beitrag von aiole »

VW führt (vermutlich sehr teure) DC-WB mit max. 22kW ein. Statt die vorhandenen AC-OBC im Auto als bidirektionale WR auszulegen (geringer Aufpreis und Massenware), wird für VW-Kunden ein neues, aber unwirtschaftliches Ladesystem geschaffen.
Ich denke, es zielt eher auf Firmen/Gewerbe ab. Bis jetzt wurde noch kein Preis für die DC-WB genannt, aber dort ist ein komplettes Ladegerät enthalten. Ich tippe auf >3k € + closed source VW-Kosmos mit Abokosten, wenn VW die häusliche PVA steuert. Wichtige Energiedaten landen zusätzlich beim VW-Konzern.

Mit der VW-bidi-Funktionalität der EV's ist m.E. die Kompatibilität zu dieser DC-WB gemeint.

Fakt ist, dass für das deutlich wirtschaftlichere bidi-AC-Laden technisch die CP-Leitung auch mit einer Powerlinekommunikation (PLC) ähnlich CCS-Laden arbeitet (ISO 15118-20). Dafür braucht es deutlich mehr Rechenkapazität im Ladecontroller (und mehr Standbystrom) und natürlich die AC-OBC im EV, die noch gänzlich fehlen.

Des Weiteren fehlen die ganzen regularischen Klärungen, wenn Speicher (hier mobil) am Stromnetz hängen. Alternative PV-Inselsysteme sind sicher nicht in der Lage, PV-Laden wirtschaftlich zu betreiben und im Großmaßstab die Energiewende zu beschleunigen.

A2Christoph
Beiträge: 11
Registriert: Sa 4. Jul 2020, 09:08

Re: bidirektionales Laden

Beitrag von A2Christoph »

Bis in Deutschland bidirektionales Laden möglich ist wird noch viel Zeit ins Land gehen.

Es ist in verschiedenen Instanzen noch viel Arbeit zu leisten:
1.) Der Netzbetreiber hat ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, VNBs gibt etwa 900 Stück, das sind alles kleine Königreiche die nicht zentral vom Bund gesteuert werden, und sich diese Unabhängigkeit auch nicht so einfach entreißen lassen.
2.) Finanzamt ... auch selbst genutzter Strom ist erstmal generell zu versteuern
3.) Umsetzung technischer Voraussetzung an deinen Hausanschluss (Zählerschrank). Dazu gehören mindestens ein Smartmeter, eine Freischaltvorrichtung, etc., eigentlich ein komplettes Smart Grid um die Belastung der Netze zu steuern.

Nicht du bestimmst wann dein BEV-Akku ins Netz einspeist, sondern der Energieversorger/Stromhändler.
Im Nulleinspeisebetrieb, also wo du durch den BEV-Akku nur deinen Haushaltnetzbezug abdecken möchtest musst du dir "eigene" Lösungen basteln.

Es ist also nicht einfach mit einer passenden WB und dem passendem BEV getan ... leider.

aiole
Beiträge: 1048
Registriert: Di 12. Mai 2020, 10:54

Re: bidirektionales Laden

Beitrag von aiole »

Dem kann man nur zustimmen - leider.

Alternativ kann man darüber nachdenken, einen Festspeicher aus einem (alten) BEV-Akku zu bauen (second life).
Der ist dann 24/7 verfügbar - nicht wie ein mobiles BEV nur manchmal.
Das erfordert jedoch etliches know how, aber mit den Victron Multiplus II geht da schon richtig was. Man muss sich vor allem das Batteriemanagment und die Akkuabsicherung kümmern. Aber auch dafür gibt es Bauteile.

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