DC-Fehlerstromerkennung?

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BrummBrumm
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DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von BrummBrumm »

Hi,

die SmartWB ist derzeit eine der interessantesten Wallboxen, auch da sie erweiterbar ist. Aber ich bin gerade etwas verwirrt wie das bei der fertigen WB ist - ist da ein Gleichstrom-Fehlerschutz enthalten? Ein extra FI Typ-B ist mir ehrlich gesagt zu platzverschwendend und ein Typ-A ist ja schon in der Hausverteilung für jeden Stromkreis vorhanden.

Nur DC-Fehlerschutz ist ja bei quasi allen Wallboxen drin (wohl weil auch günstig und platzsparend umsetzbar), nur hier hab ich noch nichts dazu gelesen und auch die Frage nicht im Forum finden können.

aiole
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von aiole »

Hey
BrummBrumm hat geschrieben:
So 25. Apr 2021, 11:06
Hi,
die SmartWB ist derzeit eine der interessantesten Wallboxen, auch da sie erweiterbar ist. Aber ich bin gerade etwas verwirrt wie das bei der fertigen WB ist - ist da ein Gleichstrom-Fehlerschutz enthalten? Ein extra FI Typ-B ist mir ehrlich gesagt zu platzverschwendend und ein Typ-A ist ja schon in der Hausverteilung für jeden Stromkreis vorhanden.
Der FiA für den WB-Abgang wird einfach durch den im Set erhältlichen FiB getauscht. => keine Platzverschwendung
Du darfst nach aktueller Norm an einen FiB (bzw. FiA + WB-internen DC-Schutz) dahinter nur eine WB hängen - nichts weiter.
BrummBrumm hat geschrieben:
So 25. Apr 2021, 11:06
Nur DC-Fehlerschutz ist ja bei quasi allen Wallboxen drin (wohl weil auch günstig und platzsparend umsetzbar), nur hier hab ich noch nichts dazu gelesen und auch die Frage nicht im Forum finden können.
Der Teufel steckt im Detail. Eine separate DC-Erkennung braucht normalerweise Auswerteelektronik. Da diese sicherheitsrelevant ist, sind dort erhöhte Anforderungen zu beachten. Bei aio-Platinen in Massenproduktion kein Thema - bei smartWB mit non-aio noch nicht wirtschaftlich abbildbar.

Wir sind aber schon an einer speziellen Lösung dran, die auch mit einem FiA in der Zuleitung klar kommt. Die Tests starten kurzfristig. Die Integration in das smartWB-Gehäuse läuft gerade an einem Prototypen.

nur als Randnotiz:
DC-Fehlerschutz ist hauptsächlich für den Chamäleonlader der Zoe, Smart, Twingo gerechtfertigt. Selbst dort sollte das EV aber immer noch eine eigene DC-Absicherung haben. Alle anderen normalen AC-Ladegräte im EV sind bezüglich DC-Fehler kein Thema.

Die Lobby hat hier ganze Arbeit geleistet. Vor 3 Jahren hatten die wenigsten EV DC-Schutz. Ich kenne keinen Fall, wo da jemand zu Schaden gekommen wäre und das war die Zeit der Zoe :mrgreen: .

BrummBrumm
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von BrummBrumm »

Okay, das klingt ja schonmal vielverprechend. Ich bin derzeit noch am Recherchieren was genau gebraucht wird da ich ein TT-Netz habe und wohl eh nochmal neue Leitungen verlegen muss (ungern, gräbt sich nicht von alleine). Aber es kann sein, dass ich die existierende Leitung in die Garage für GTO, Steckdosen, Licht und Wallbox nehmen kann/möchte - und dann müsste ich (soweit ich das nachlesen kann, hab kein VDE-Abo) ja einen RCD in der Hauptverteilung und noch einen in der Unterverteilung haben, da auch die Zuleitungen im TT-Netz mit RCD gesichert sein müssen. Mit DC-Fehlerstromerkennung würde dann Typ-A reichen (selektiver RCD Typ-A in der Hauptverteilung), weil dann AC-Fehlerströme zum Auslösen führen. Nach meinem jetzigen Verständnis würde ich ohne DC-Fehlerstromerkennung einen Typ-B in der Hauptverteilung brauchen und einen Typ-A EV vor der Wallbox.

So ganz geblickt hab ich‘s noch nicht und muss mir hier nochmal einen Elektriker suchen um das durchzusprechen, aber nach den Beiträgen im Netz scheint es auch hier keine reine Lehre zu geben und ich befürchte, dass nicht jeder Betrieb allen Angestellten die VDE-Updates predigt und das Wissen abprüft.

Daher denke ich, dass es mit DC-Fehlerstromerkennung wohl leichter sein wird ein Anschlussschema zu finden. Und ine Kostenfrage ist es ja auch, weil Typ-B oder der Typ-A EV keine Schnapper sind.

aiole
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von aiole »

Da hast Du Dich scheinbar richtig gut in die Materie eingearbeitet. Ein Elektriker ist dennoch sehr zu empfehlen.
Die zum FiB angedachte alternative smartWB-DC-Absicherung löst ab 6mA DC-Fehler den FiA aus.

BrummBrumm
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von BrummBrumm »

Bin Elektrofachkraft, aber im Bereich der Hausinstallation und Wallboxen etc. gelte ich eher als Laie :? Bei Elektrikern ist die Spannbreite sehr groß, gibt echt Fitte aber gilt leider nicht allgemein und auch für mich nicht da eben außerhalb der normalen Tätigkeiten :(

Zu DC-Fehlerstromerkennung hab ich auch das hier gefunden: https://www.elektro.net/file/show/95689 ... 22_PP6.pdf . Auch da ist die Spannbreite was die Wallboxhersteller darunter verstehen recht groß.
Die zum FiB angedachte alternative smartWB-DC-Absicherung löst bei 0...6mA DC-Fehler den FiA aus.
Hier meinst Du bestimmt >6mA ;)

aiole
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von aiole »

Oh ja. Sonst würde eine Zoe nie laden ;).
ist korrigiert

BrummBrumm
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von BrummBrumm »

Wird denn die DC-Fehlerstromerkennung mit existierender Evse-wifi 2.0/smartWB funktionieren oder braucht‘s da ein Hardware-Update um z.B. das Signal eine RCM14 zu erkennen und damit eine Evse-wifi 3? Mir kommt es so vor als ob langsam die Pins ausgehen, da keine GPIOs mehr nicht auf einen Zweck gemappt werden ;)

aiole
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von aiole »

läuft komplett autark und wird nichts mit dem ESP zu tun haben
Etwas (dünne) Verkabelung wird sicher für die Stromversorgung hinzukommen, aber das BASE-Modul bleibt.

BrummBrumm
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von BrummBrumm »

Wird das dann so etwas ala alcona DC-Wächter sein? Autark für Sicherheit ist ja an sich gut, aber die Diagnose wird dadurch erschwert.

aiole
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Re: DC-Fehlerstromerkennung?

Beitrag von aiole »

Wenn der FiB auslöst, sagt er nicht, ob AC- oder DC-Fehler ursächlich war. Bei einem elektronischem DC kann da ggf. noch unterschieden werden (Zusatzaufwand, komplexer => fehleranfälliger).
KISS ist dort m.E. geeigneter.

Jeder Fi-Fehler wird nicht von einer soliden Ursachenfindung bei allen beteiligten elektrischen Komponenten bis hin zum EV entbinden.

Das Thema Fi muss aber sicher nicht gepusht werden. Dazu ist es viel zu selten.

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